Industrielle Revolution

Im 18. und 19. Jahrhundert geschah etwas in Europa, das das bisher gewohnte Leben völlig auf den Kopf stellte.
Seit dem Mittelalter hatten sich die Lebensformen nicht wesentlich geändert. Es gab überwiegend Bauern, Handwerker und Händler. Und es gab die Adligen, die über Reichtum und Bildung verfügten. Allerdings hatte sich – zumindest in England – und da beginnt unsere Geschichte, nach langem Frieden und guten Ernten ein gewisser Wohlstand verbreitet, was die Nachfrage nach hochwertigen Waren, zum Beispiel Stoffen, steigen ließ. Die Stoffherstellung, das Spinnen und Weben waren aufwändig.
Aber es gab Menschen, die Zeit hatten sich darüber Gedanken zu machen. Und so erfand man Geräte, die es einer Spinnerin ermöglichten, in gleicher Zeit die fünffache Menge Garn zu spinnen. Der Zeitgeist wollte es, dass solch eine Idee, erst einmal in die Welt gesetzt, sogleich von anderen Menschen verbessert werden sollte. So wurden die Spinnerei und die Weberei von Jahr zu Jahr effektiver. Viele Menschen hofften zu Recht, mit einem Patent zu Reichtum zu gelangen.
Die Maschinen wurden immer größer und so wurden die ersten Fabriken gebaut. Diese schossen bald überall aus dem Boden und produzierten günstiger und in größeren Mengen, als es bisher in Handarbeit möglich war. Und doch zahlten die Menschen einen hohen Preis dafür.  Immer mehr Menschen zogen in die Städte, um in der Fabrik zu arbeiten. Dort lebten sie unter schrecklichen Bedingungen auf winzigem Raum, ohne finanzielle Absicherung. Die Fabrikbesitzer dagegen verdienten mehr und mehr Geld und zogen hinaus ins Grüne. Auch die menschliche Kraft reichte nicht mehr aus, diese großen Maschinen anzutreiben. Das übernahm zunächst das Wasser.  Doch dann lernte man, die Kraft von Wasserdampf in äußerst nützliche Drehbewegungen umzuwandeln. Die Dampfmaschine war erfunden. Plötzlich war es möglich, mit einer Dampfmaschine unabhängig von natürlichen Gegebenheiten viele Maschinen anzutreiben.
Und diese Möglichkeiten wurden täglich mehr. Ein Franzose baute zuerst eine Dampfmaschine in ein Schiff ein – das Ende der Segelschifffahrt war eingeläutet. Ein anderer Franzose setzte den Dampfantrieb auf Räder und erfand den Lastwagen. Den echten Durchbruch aber brachte die Dampflokomotive auf Schienen. Von nun an waren große Entfernungen in überschaubarer Zeit zu überwinden – für die, die sich das leisten konnten.

Und damit sind wir bei der Idee des Bundeslagers angekommen. Mitte des 19. Jahrhunderts breitete sich rasant ein Eisenbahnnetz über Mitteleuropa aus. Selbst die schwäbische Alb wurde 1850 von der Dampflokomotive erschlossen. Immer besserer Stahl, immer mehr Kohle- und Erzbergwerke, immer leistungsfähigere Maschinen machten aus Europa eine Welt der Wunder. Viele, viele Erfinder versuchten, das Leben der Menschen zu verbessern, aber auch, mit ihren Erfindungen reich zu werden. Ein Wettkampf nach dem Motto „schneller, höher und weiter“ war ausgebrochen.  Und da Entfernungen keine Rolle mehr spielten, traf man sich regelmäßig zu Weltausstellungen, den Expos, um die neuesten Entwicklungen zu bewundern.

Auf dem Bundeslager 2014 wollen wir uns von dem Erfindergeist anstecken lassen und unsere eigene EXPO, die Weltausstellung gestalten. Wir wollen tüfteln und entwickeln, aber auch die Folgen für Menschen und Umwelt bedenken. Wir werden in eine Zeit eintauchen, in der unser heutiger Lebensstil entstand und erfahren, warum Schulpflicht, Sozialversicherungen, die Diakonie und die Zeit (neu) erfunden wurden.
Und wir wollen das mit euch tun! Ihr sollt eure Ideen dazu beitragen! Ihr entscheidet mit euren Gruppen, was auf die Expo kommt. Es soll eure ganz eigene Weltausstellung werden. Jedes Teillager wird sich dafür mit einem Thema der Industriellen Revolution beschäftigen.
Dabei wollen wir keine klassischen Workshops, sondern stattdessen Projekte mit offenen Ergebnissen anbieten. Sie sollen im Vorfeld und auf dem Lager mit Teilnehmenden gemeinsam entwickelt und gestaltet werden. So werden die Teilnehmenden vor und während des Lagers  aktiv mitbestimmen können, was passieren wird.
Macht mit! Seid dabei! Begebt euch mit VOLLDAMPF ins Bundeslager 2014!