Schachen, Münsingen, den 15. August. Am Donnerstagabend feierten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder den Abschluss ihres Bundeslagers „Volldampf 2014“ . Dort wurde auch der Nachhaltigkeitspreis an das Teillager „Pfaditropolis“ des VCP Hamburg für die Oase „Freiraum“ vergeben.  Die Hamburger erhielten als Preis  eine kleine Blutbuche, die sie heute auf dem Schachen einpflanzen.  Heute früh wird das Lager endgültig abgebaut und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen sich auf den Heimweg.

Ein Bundeslager ist ein ambitioniertes Projekt. Über 4500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 600 Mitarbeitende, davon fast alle ehrenamtlich, 500 Gäste und Mitarbeitende aus dem Ausland – die weiteste Anreise hatte ein australischer Pfadfinder – und zwei Jahre Planungszeit – all das erfordert ein gigantisches Engagement. Glücklicherweise kann der VCP – nicht das erste Mal – auch auf seine Unterstützer zählen. Dazu gehört – neben vielen anderen Firmen– auch wieder die Volkswagen AG. Sie sponsorte zwei Crafter, zwei Multivan und einen Passat.

Auf dem Weg zurück in die Heimat Foto: Jan-Hendrik Helm

Auf dem Weg zurück in die Heimat
Foto: Jan-Hendrik Helm

Es war ein aufregendes Bundeslager.  Die Pfadis konnten in Hajks die Schwäbische Alb erkunden und in ganz unterschiedlichen Workshops das Zeitalter der Industrialisierung erleben. Zu einem Bundeslager gehören aber genauso die Singerunden, die Begegnungen mit den internationalen Gruppen aus 19 Ländern, das gemeinsame Kochen und da Treffen mit alten Freundinnen und Freunden und das Kennenlernen von Neuen und ein Singewettstreit auf hohem Niveau. Für die Entspannung gab es sogar einen Hängemattenwald, einen Swimmingpool und eine Sauna. Der Wettergott  meinte es nicht nur gut mit den 4500 Pfadfinderinnen und Pfadfindern, die auf dem Gelände des Schachen zelteten.  Zwei Mal flatterte die rote Fahne über dem Platz, am Sonntagnachmittag machte die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes mit dem Hinweis auf Hagel- und Sturmböen über 110 Stundenkilometern die Räumung des Lagerplatzes notwendig.

Der Besuchstag wurde abgebrochen, der Lagergottesdienst verschoben. 3800 Pfadfinderinnen und Pfadfindern verließen innerhalb von zweieinhalb Stunden geordnet – zu Fuß und mit Bussen –  den Platz und wurden in Notunterkünften in Münsingen und Umgebung untergebracht. Am nächsten Morgen um halb acht wurde der Platz wieder freigegeben und so konnten die Jugendlichen wieder auf den Platz zurückkehren:  Das Bundeslager konnte weitergehen. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden lief ganz hervorragend, lobte Natascha Sonnenberg von der Bundeslagerleitung. Und der Bürgermeister Mike Münzing hat sich sehr für uns engagiert.“ Die Vertreter von der Feuerwehr und Polizei waren wiederum von der Disziplin, der Gelassenheit und dem Humor der Jugendlichen beeindruckt. „Es war wirklich gut, dass wir den Notfallplan in der Tasche hatten. Die Räumung des Platzes lief sogar schneller als geplant.“ lobte Wolfram Auch von der Feuerwehr in Münsingen.

Der Lagerplatz lichtet sich Foto: Andreas Kläger

Der Lagerplatz lichtet sich
Foto: Andreas Kläger

Auch wenn die Platzräumung ein beherrschendes Thema war, ging das Programm – wenn auch mit Verzögerung – weiter. Das Hajkprogramm lief wieder an, auch die Expo fand – wenn auch im Schlamm – statt. Die Reformationhajks waren ebenfalls ein voller Erfolg. Bei der gemeinsamen Aktion im Rahmen der „Marmelade für alle“ wurden 50 Kilogramm Marmelade gekocht, die den Helferinnen und Helfer auf dem Kirchentag in Stuttgart das Frühstück versüßen  werden.

Der Weltrekordversuch, die längste Murmelbahn der Welt zu bauen, dauert  zurzeit noch an. Durch den ständigen Regen ist die Murmelbahn nass und die Kugel kann nicht gut laufen. Bis heute Abend werden die Versuche, mit der längsten Murmelbahn der Welt ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen, fortgesetzt.
Trotz des Wetters ließen sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder nicht die Stimmung vermiesen. „Es war ein ganz besonderes Bundeslager. Ein tolles Programm und  selbst die Räumung  werden dafür sorgen, dass „Volldampf 2014“ in die Geschichte des VCP eingeht“ so Tobias Lüddecke von der Bundeslagerleitung.